News vom 07.04.2020

Grundstein gelegt: Neues Evonik-Gaskraftwerk wird jährlich bis zu eine Million Tonnen CO2 einsparen

Thomas Wessel (2.v.r.), Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik, Dr. Jochen Eickholt (3.v.r.), designierter Vorstand Siemens Energy AG, Dr. Rainer Fretzen (3.v.l.), Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik Technology & Infrastructure GmbH, Heiko Mennerich (rechts), Leiter des Geschäftsgebiets Energy & Utilities von Evonik, Dr. Jörg Harren (links), Standortleiter des Chemieparks Marl von Evonik, und Werner Arndt (2.v.l.), Bürgermeister der Stadt Marl, bei der Grundsteinlegung des neuen Gas- und Dampfkraftwerks von Evonik. (Foto: Evonik).
Von links: Dr. Jörg Harren (Standortleiter des Chemieparks Marl von Evonik), Werner Arndt (Bürgermeister der Stadt Marl), Dr. Rainer Fretzen (Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik Technology & Infrastructure GmbH), Dr. Jochen Eickholt (designierter Vorstand Siemens Energy AG), Thomas Wessel (Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik) und Heiko Mennerich (Leiter des Geschäftsgebiets Energy & Utilities von Evonik).  Foto: Evonik

 

Neues GuD-Kraftwerk ersetzt im Chemiepark Marl letztes Kohlekraftwerk

Im Chemiepark Marl ist der Grundstein für ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) gelegt worden. Die geplante Inbetriebnahme des Kraftwerks im Jahr 2022 bedeutet für Evonik nach mehr als 80 Jahren das Ende der Strom- und Dampferzeugung mit Steinkohle. Durch diese Maßnahme werden künftig bis zu eine Million Tonnen CO2 jährlich eingespart und die direkten jährlichen Treibhausgasemissionen der Anlagen weltweit um fast ein Fünftel reduziert.

Die Bauarbeiten für das Kraftwerk, das in zwei Blöcken Strom und Dampf hochflexibel und ressourceneffizient in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen wird, liegen im Plan. Das Spezialchemieunternehmen wird „Marl Kraftwerk VI“, so der offizielle Name, im Verbund mit den bereits vorhandenen Erdgaskraftwerken betreiben.   

Maßgeschneiderte Finanzierungsstruktur

Das Projektvolumen liegt im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Schlüsselfertig entwickelt und gebaut wird das hocheffiziente Kraftwerk samt eines neuen zentralen Leitstandgebäudes von Siemens Gas and Power als Generalunternehmer in enger Zusammenarbeit mit Siemens Financial Services (SFS). Auf der Grundlage ihrer langjährigen Expertise im Energiebereich hat SFS mit Siemens Gas and Power eine maßgeschneiderte Finanzierungsstruktur entwickelt. Gemeinsam mit der KfW-Ipex-Bank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernimmt SFS die Finanzierung der neuen Anlage.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Investitionen im Chemiepark Marl sind ein starkes Signal über Stadtgrenzen hinweg. Mit dem Bau des hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes werden langfristig eine klimafreundliche Energieversorgung sichergestellt und hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert. Das zeigt: Nordrhein-Westfalen ist weiterhin der richtige Ort für moderne Industrieunternehmen, für innovative Produktion und zukunftsfeste Arbeitsplätze.“ 

Größter Produktionsstandort als Teil der Energiewende

Mit dem neuen Kraftwerk wird Evonik die wirtschaftliche und zukunftsfähige Energieversorgung für den Chemiepark Marl, den größten Produktionsstandort von Evonik, langfristig sicherstellen. Die Anlage wird eine Leistung von 180 Megawatt Strom haben, was dem Strombedarf von fast 500.000 Haushalten entspricht.

Und die vom Duisburger Unternehmen Standardkessel Baumgarte GmbH gelieferten Dampferzeuger werden bis zu 440 Tonnen Dampf pro Stunde produzieren können, was vor allem für die Produktion im Chemiepark wichtig ist. Zudem werden aus dem Dampfverbundnetz des Standorts auch zukünftig rund 2.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt.

Die Laststeuerung der Anlage ist hochflexibel. Dadurch kann sie einen Beitrag leisten, schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz auszugleichen – ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein für das Gelingen der Energiewende.