Presseinfo vom 17.06.2020

Warm, wärmer, heiß – Wege zur Nutzung industrieller Abwärme

Pressemitteilung der EnergieAgentur.NRW

Düsseldorf.Bei der Online-Veranstaltung der EnergieAgentur.NRW in Kooperation mit dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V. stellten gestern Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Abwärmenutzung ihre Lösungen zur effizienten und klimaschonenden Wärmeversorgung vor.

An der Web-Konferenz haben über 200 Vertreter aus Industrie, Versorgung und Wissenschaft teilgenommen. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens betont in ihrer Energieversorgungsstrategie die strategische Bedeutung einer Wärmewende zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele und sieht vor allem in einer verstärkten Nutzung von Abwärme und deren Einspeisung in das Fernwärmenetz noch große Potenziale, die es zu heben gilt.

Franz-Wilhelm Iven, Referatsleiter Energietechnik und Krisenvorsorge im
Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, bekräftigte, dass „durch Wärmekooperationen zwischen der Industrie und Energieversorgern ungenutzte industrielle Abwärme naheliegenden Wärmeabnehmern effizient zur Verfügung gestellt und so das vorhandene Potenzial vor allem zur Reduktion von CO2-Emissionen stärker genutzt werden kann“. Laut der Potenzialstudie des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) aus dem Jahre 2019 gibt es in NRW ein technisch verwendbares Abwärmepotenzial in Höhe von 44 bis 48 TWh. 

Bastian Stegemann von der DEW21 aus Dortmund präsentierte das Großprojekt zur Umstellung des Fernwärmesystems in Dortmund. Gefördert durch die Landesregierung NRW, wird in Dortmund aktuell mit den deutschen Gasrußwerken ein großer Abwärmeproduzent ins Fernwärmesystem eingebunden. Der Fernwärmeverbund Niederrhein Duisburg/Dinslaken und thyssenkrupp stellten ihre seit Anfang der 80er Jahre erfolgreiche Wärmekooperation anschaulich dar. Am Standort Duisburg wird von thyssenkrupp für die Fernwärmeversorgung der Region eine Wärmeleistung von bis zu 145 MW zur Verfügung gestellt.

„Diese Beispiele zeigen, dass Stadtwerke und regionale Versorger auch im Wärmemarkt eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Energiewende einnehmen können“ sagt Dr. Eckehard Büscher, Leiter Themenfeld Energiewirtschaft bei der EnergieAgentur.NRW.

Mit dem mobilen Abwärmekonzept der Firma Swilar wurde abschließend über eine neue, innovative Technologie zur Abwärmenutzung berichtet. So können in NRW wesentliche Mengen an Brennstoff zur Wärmebereitstellung eingespart werden, wodurch die Emission von Treibhausgasen erheblich reduziert werden kann.

Margit Thomeczek, Leiterin des Netzwerks KWK, Nah- und Fernwärme, Kraftwerke der EnergieAgentur.NRW ist sich sicher, dass „die präsentierten Projekte zwischen Industrie und Versorgern zum Nachahmen anregen und weitere erfolgreiche Abwärmekooperationen entstehen. NRW als Industriestandort und Ballungsgebiet bietet hier eine besondere Chance, eine klimaschonende Wärmeversorgung zu etablieren.“

Weiterführende Informationen zum Thema Abwärmenutzung und KWK gibt es hier auf der Webseite der EnergieAgentur.NRW.

Ansprechpartner:
Marvin Klejdzinski, Netzwerk KWK, Nah- & Fernwärme, Kraftwerke, 
Tel.: 0211 86642-247, Mail: klejdzinski@energieagentur.nrw